DRUGCHECKING

 

"Drugchecking" bezeichnet die (qualitative und quantitative) chemische Analyse von auf dem Schwarzmarkt gehandelten psychoaktiven Substanzen zur Gewinnung möglichst genauer und umfassender Informationen über die Art der Inhaltsstoffe und deren Dosierungen.  Die Kommunikation der Ergebnisse an (potenzielle) Konsumenten  soll diese vor besonders gesundheitsschädlichen Präparaten  warnen und die Entwicklung eines individuellen Risikomanagements beim Drogengebrauch fördern.

Es handelt sich beim Drugchecking also um eine Strategie der Gesundheitsförderung im Bereich des illegalen Drogenkonsums, die kurzfristig akute Gebrauchsrisiken minimieren hilft und längerfristig risikoärmere Gebrauchsmuster fördert. Neben diesen Hauptzielen kann Drugchecking zur Informations- und Wissensgewinnung über die Verfügbarkeit psychoaktiver Substanzen auf dem Drogenmarkt und die Zusammensetzung illegal gehandelter Stoffe beitragen. Zudem fördert Drugchecking den Zugang zu substanzspezifischen Informationen und erleichtert problematisch Konsumierenden, die Unterstützung bei der Konsumreduktion anstreben, den Zugang zum Drogenhilfesystem.

Derzeit ist es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, in Deutschland das Angebot der Analyse von Substanzen, die auf dem Schwarzmarkt gekauft werden, legal testen zu lassen!

Wir befürworten Drugchecking weil: 

  • Drugchecking ein pragmatisches und effizientes selektives Präventionsinstrument ist,
  • Drugchecking mit integrierter Beratung eine bis dato unbekannte Dialoggruppe erreicht,
  • Es vernetzt einen Nutzen für die öffentliche Gesundheit darstellt,
  • Analysen und Resultate die Glaubwürdigkeit präventiver Botschaften unterstützt und eine Selbstreflexion ermöglicht (individuelle Botschaften sind möglich),
  • Es mit Beratung keinen Konsumanreiz darstellt,
  • Es wichtige Erkenntnisse für die Früherkennung generiert, da Drogentrends und Konsummuster früher festgestellt werden können.

Die Förderung von Risikokompetenz bei Konsumierenden ist ein wichtiges inhaltliches Ziel präventiver Maßnahmen. Daher ist die Bereitstellung von objektiven Informationen über Konsumverhalten, Wirkung und Gefährdungspotential einzelner Substanzen eine Voraussetzung für die individuelle Risikoabschätzung (potentieller) Konsumentinnen und Konsumenten. Untersuchungen unter Usern von Reaserch Chemicals haben gezeigt, dass sich jüngere KonsumentInnen meist gut  über einzelne Stoffe und ihre Wirkungen informieren. Es gibt einen regen Erfahrungsaustausch im Internet. Speziell für diese Zielgruppe ist Druckchecking eine sinnvolle Maßnahme, um einen Kontakt zur bisher kaum erreichten  Zielgruppe herzustellen.

Quellen:

Büchli, Alexander; 2009

fdr fakten 1. Auflage Dez 2014